Australien denkt weiter über Netzsperren nach, die SPD bekommt auch mit Rückenwind von 130000 Petitionsunterzeichnern keine vernünftige Position zu Netzsperren gebacken.
Wen interessiert das eigentlich? Es geht doch nur um Leute die illegal Dateien verbreiten und Leute die illegales Zeug ins Internet laden.
Leider geht es doch um einiges mehr und die Gemüter neigen zu unsinniger Polarisierung.
Polarisierung für “gute Downloads,” natürlich nur solche die einer Industrie bezahlt worden sind und “schlechten Downloads”, das sind dann wohl diese welche von “illegalen Fileservern” stammen. Was ist ein illegaler Fileserver? Auch meine private Festplatte die ich teilweise für Freunde öffne?
Geht es nach den Verwertungsgesellschaften sind wohl alle Dateien die ihnen nicht bezahlt werden illegal, es könnte ja irgendwo eine Stimme von Michael Jackson dazwischen sein, Mitschnitte aus “Wer wird Superstar” oder irgendwelchen anderen kulturellen Sinnlosigkeiten oder Sinnkeiten die eigentlich niemanden interessieren ausser den Leuten die damit Kasse machen wollen. Es existieren Gruppen in jedem Land die das Recht gepachtet haben möchten im Namen der Künstler deren Fans zu kriminalisieren. Und wer dieser Industrie schadet sind natürlich die privaten Festplatten der Fans die Musik/Filmdateien ihren Freunden und Bekannten zur Verfügung stellen. Ich rede hier nicht von echten Raubkopierern die CD kopieren und verkaufen, auch nicht von Plattformen die im grossen Stil Dateien verbreiten, ich spreche hier von einem privaten Bereich welcher durch eine Lobby mit Hilfe der Gesetzgebung reglementiert werden soll.
Diese Lobbygruppe wird von Medien wie Presse, deren Anzeigenkunden, herkömmlichen Vertriebswegen und anderen Geldflüssen regiert. Die Lobbygruppe besteht aus vielen kleinen Gruppen welche am Markt von Produktion und Vertrieb im Entertainment beteiligt sind. Alle haben eines gemeinsam, sie haben die “private Raubkopie” als Umsatzsenker entdeckt.
Das Problem ist immer noch dass diese alteingesessenen Strukturen im Wanken sind und niemand so recht einzuschätzen mag wohin sie wanken.
Internet ist Kommunikaton und wurde nicht geschaffen um Lobbyisten und Industrieinteressen zu verteidigen. Und ich denke es wurde auch nicht geschaffen Menschen zu kriminalisieren, die einerseits Produkte kaufen sollen, aber wenn sie diese kaufen, nicht verwenden dürfen.
Ich darf zwar mit einem nicht zugelassenem Auto auf meinen privaten Gelände üben, aber nicht auf einer öffentlichen Strasse. Es dient der Sicherheit aller und das ist auch richtig so. Aber ich kann nicht Filesharer kriminalisieren weil sie auf ihren privaten Rechnern “nicht zugelassene” Dateien austauschen, die sie zwar gekauft haben, aber nun auf ihrem Rechner nicht verwenden dürfen indem sie Freunden ihre Neuerwerbung vorspielen. Sie bewegen sich im privaten Bereich, wenn ich Besuch bekomme, frage ich auch nicht die Gema ob ich meine CD diesem Besuch vorspielen darf.
In meinem Wohnzimmer bin ich dann ein legaler Nutzer, auf meinem privaten Rechner den ich mit meinen Freunden vernetzt habe, plötzlich nicht mehr. Dann bin ich kein Mensch mehr, sondern ein “illegaler Filesharer” und muss das auch noch beweisen, sonst wird mir ein Verbot ausgesprochen.
Welches denn, überhaupt ein Telefon nutzen zu dürfen oder das TCP/IP nicht mehr? Filesharing geht auch mit anderen Netzprotokollen.
Das in diesen Konflikten zwischen Privat und Kommerz nur zugunsten des Kommerz und für kriminalisierung der Nutzer entschieden wird, das kann nicht sein aus meiner Sicht.
Am besten macht man dann gleich ein Gesetz welches jeden Bürger verpflichtet sich selbst anzuzeigen wenn man 1. Musik hört von der man nicht sicher ist ob diese auch irgendwo gekauft wurde, und 2. jeden Internetbenutzer verpflichtet Dateien mit einschlägigen Endungen wie mp3, mpeg etc. nur durch Abklicken von 99Cent bei Abrechnungsprovidern anzuhören, egal ob ich meinem Freund zeigen will was ich aus meiner Amateurfidel gelassen habe oder ich mir kurz anhören möchte ob ich mir die CD auch kaufe die mir mein Freund in Hamburg kurz anspielt.
Es geht hier nicht einmal um Meinungsfreiheit, die ja auch vielen Politikern ein Dorn im Auge ist, weil sich Meinung eben sehr schnell übers Netz verbreiten lässt, es geht tatsächlich darum privaten Nutzern zu verbieten ihre CD in den Rechner zu legen und diese Freunden beim Onlinespiel oder anderen gemeinsamen Freizeitaktivitäten per Netz vorzuspielen, denn das ist wohl eine öffentliche Aufführung?
In letzter Konsequenz geht es genau darum den privaten Bereich zu kontrollieren, und dort “kriminelle Elemente” auszumachen, die sich erdreisten ihren Freunden an der gekauften Musik teilhaben zu lassen.